Was muss ich beim Fahrradleasing beachten?

Was muss ich beim Fahrradleasing beachten?

Das Leasing von Fahrrädern, insbesondere von E-Bikes als Dienst-Fahrräder, hat in jüngster Zeit einige Veränderungen erlebt. Höchste Zeit, sich mit der aktuellen Lage vertraut zu machen. Es lohnt sich. 

Seit ein paar Jahren erfreuen sich Fahrräder einer immer weiter steigenden Beliebtheit als Dienstfahrzeuge. Mehr als das: Mit der steuerlichen Gleichstellung von Dienstfahrrad und Dienstwagen trat diese Form des Mobilitätserwerbs ein vielleicht auch von den Optimisten kaum erwarteten Siegeszug an. Jährlich werden inzwischen 100.000 hochwertige Räder auf diesem Wege auf die Straße gebracht. Am einfachsten lässt sich die Entwicklung des Fahrradleasings chronologisch darstellen:

Das Leasing von Fahrrädern, insbesondere von E-Bikes als Dienst-Fahrrädern, hat in jüngster Zeit einige Veränderungen erlebt.

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Die alte Regelungen (Dezember 2012 bis Mai 2017)

Der richtige Siegeszug begann im Dezember 2012. Damals wurden Dienstfahrräder den Dienstwagen gleichgestellt. Die Regelungen waren recht übersichtlich und gut verständlich. So der Arbeitgeber mitspielte, konnte man ein Dienstfahrrad mit den gleichen Rahmenbedingungen wie einen geleasten Firmenwagen nutzen. Dies konnte entweder als Ersatz für einen PKW erfolgen oder als zusätzliche Alternative.

Ein nicht zu vernachlässigender Unterschied zum Dienstwagenleasing bestand und besteht im Handling der Rückgabe. Die Berechnung des Restwertes ist bei Autos seit jeher die Quelle regelmäßiger Streitereien und Ärgernisse. Hier ist die Fahrradwelt deutlich entspannter. Fahrradleasinganbieter bieten üblicherweise bei Laufzeitende dem Leasingnehmer den Kauf des bisher genutzten Fahrrads pauschal für 10% des ursprünglich empfohlenen Verkaufspreises an. Eine individuelle Prüfung des Restwertes lohnt sich für die Anbieter schlicht nicht. Nach den drei Jahren Laufzeit, die ein solches Leasing standardmäßig läuft, ist das in aller Regel ein gutes Geschäft für den Leasingnehmer. Ob Lastenrad, hochwertiges E-Bike oder sportliches Rennrad, bei halbwegs akzeptablem Zustand erzielt man in der Regel deutlich höhere Verkaufspreise auf dem Gebrauchtmarkt als die besagten 10 %. Leider kam auch das Finanzamt recht schnell dahinter, dass die Kunden hier einen Vorteil erhalten, der steuerrechtlich nicht angemessen verrechnet wird. 

Änderung der Restwertberechnung (seit Mai 2017)

In der Folge beschlossen die Finanzbehörden in ihrer Weisheit eine Restwert-Anpassung. Statt 10 % des einstigen Neupreises setzen die Finanzbehörden nun 40 % Restwert an. Wenn der Kunde also das einst geleaste Rad am Ende des Vertrags zum Kauf angeboten bekommt, geschieht dies zwar nach wie vor für 10 % des Neupreises. Da die Behörde aber von einem Restwert in Höhe besagter 40 % ausgeht, ergibt sich für den Kunden ein geldwerter Vorteil in Höhe von 30 %, den er bitteschön zu versteuern hat.

Bemerkenswerterweise hat diese Restwert-Anpassung für die Kunden trotzdem oft gar keine nachteiligen Auswirkungen. Um die Attraktivität ihres Angebots nicht zu schmälern, kommen zahlreiche Leasing-Anbieter ihrer Kundschaft entgegen. Sie sind dazu übergegangen, die neue Restwert-Regelungen aus eigener Tasche zu begleichen, bzw. die Versteuerung für den Leasingnehmer zu übernehmen.

Für Neuverträge nach Mai 2017 werden inzwischen dennoch gelegentlich andere Restwerte angesetzt als die vormals üblichen 10 Prozent. Beim Branchenprimus wird den Kunden das Rad seitdem für 17 % des einstigen Neupreises bei Leasingende angeboten. Andere Anbieter sind aber nach wie vor bei 10 %. Das ist immer noch ein gutes Angebot für den Kunden, aber eben nicht mehr das leuchtend Gelbe vom Ei, das es einmal war, weswegen weitere Änderungen in Position gebracht wurden, um die Fahrradmobilität zu fördern.

Aktuelle Regelungen (ab 01.01.2019)

Um die Elektro- und Fahrradmobilität weiter voranzubringen, beschloss der Bundestag im November 2018 eine Änderung der Gesetzeslage zur Dienstwagennutzung. Auf den ersten Blick schien klar, wer der große Gewinner war: Neben Elektro-PKW profitierte augenscheinlich vor allem auch das Fahrrad. Immerhin besteht die größte Änderung darin, dass ab 2019 die Nutzer von Dienstfahrrädern keinen geldwerten Vorteil mehr wegen der privaten Nutzung versteuern müssen. Bislang musste wie beim Auto ein Prozent des Listenpreises pro Kalendermonat versteuert werden. Privat genutzte E-Automobile werden künftig mit 0,5 % pro Monat versteuert, statt wie Verbrenner nach der sogenannten 1-%-Regel. Für Fahrräder fällt dies künftig im Prinzip ganz weg.

Leider gibt es größere, nicht so leicht verständliche Haken. Die Neuregelung greift erst, wenn der Arbeitgeber die Aufwendungen für das Dienstfahrrad zusätzlich zum ohnehin fälligen Arbeitslohn übernimmt. Für die allermeisten heutigen Dienstradnutzer trifft das aber nicht zu. Bei ihnen wird Bruttogehalt umgewandelt, weswegen sie weiterhin nach der 1-%-Regel versteuert werden müssen und damit schlechter gestellt sind als der Dienst-E-PKW-Fahrer. Auch sind weitere steuerliche Fragen noch nicht ausreichend durch das neue Gesetz geklärt und warten auf Auslegung durch die Finanzbehörden von Ländern bzw. vom Bundesfinanzministerium. Unklar ist etwa, wie mit den Kosten für Reparaturen umgegangen werden soll. Zum Jahreswechsel besteht also noch einige Ungewissheit über die Details des neuen Gesetzes. Die einstige Übersichtlichkeit fehlt derzeit etwas und es steht zu erwarten, dass dieses Gesetz noch nicht der Weisheit letzter Entwurf gewesen sein wird, zumal es auch erst einmal auf drei Jahre befristet ist. Auf jeden Fall lohnt es sich, diese Punkte mit dem eigenen Arbeitgeber zu berücksichtigen.

Viele weitere grundsätzliche Rahmenbedingungen haben sich über die Jahre jedoch nicht verändert und sprechen nach wie vor für das Bike-Leasing.

Welche Räder können geleast werden?

Geleast werden können grundsätzlich alle Fahrradtypen. Es gibt keine Pflicht, etwa auf besonders alltagstaugliche Modelle zu achten. Sehr wohl gibt es allerdings häufig die Regelung, dass ein zu leasendes Fahrrad mindestens 1500 Euro kosten sollte. Begründet wird dies mit dem sonst nicht wirtschaftlichen Aufwand für die Bearbeitung. Zugrundegelegt wird übrigens stets der Listenpreis des Fahrrads. Wer also ein besonders gutes Schnäppchen machen kann, muss sich überlegen, ob sich das Leasing dann immer noch lohnt oder man das Rad einfach regulär beim Händler kaufen sollte.

Welche finanziellen Vorteile hat das Leasing gegenüber dem Kauf?

Wirklich reizvoll wird das Leasing von Fahrrädern für die meisten Interessenten erst durch steuerliche Vorteile, die das Traumrad deutlich günstiger machen, als es beim direkten Kauf über den Fahrradhändler wäre. Die Anbieter werben mit Ersparnissen von 20 bis 40 Prozent. Was tatsächlich am Ende herauskommt, ist abhängig vom eigenen Steuersatz und dem ursprünglichen Kaufpreis des Fahrrads. Je höher der Beschaffungspreis, desto höher fällt die Ersparnis üblicherweise auf. Im Detail hilft entweder der Steuerberater oder der Arbeitgeber bei der genauen Berechnung. Für eine erste Orientierung lohnt der Blick in die verfügbaren Onlinerechner. Auch der BIKE&CO-Fahrradhändler ist eine wichtige Anlaufstation für das Leasing. Sehr oft wird über den Fahrradfachhandel der Vertrag abgeschlossen. Zudem erfolgt die Auswahl des Rades ebenso wie der spätere Service bei ihm.

Zusätzliche Boni abgreifen

Aktuell sind es vor allem Elektroräder, die geleast werden, da sich diese Produktgattung besonders gut für die tägliche Fahrt zur Arbeitsstelle eignet. Dazu kommt, dass gerade Elektromobilität derzeit besonders gefördert wird. In vielen Städten und Gemeinden werden Käufer von Elektrofahrrädern mit zusätzlichen Boni beglückt, was viele hundert Euro Unterschied ausmachen kann. Diese sind auch ohne Leasing verfügbar.

Checkliste:

  1. Sprechen Sie ihren Arbeitgeber an. Zunächst muss er seine Einwilligung geben
  2. Lassen Sie genau berechnen, ob sich das Leasing wirklich finanziell lohnt.
  3. Vergleichen Sie den Umfang des gebotenen Versicherungsschutzes. Er ist beim Leasing Pflicht, aber die enthaltenen Punkte unterscheiden sich bei verschiedenen Anbietern.
  4. Achten sie auf zusätzliche Förderprogramme, etwa durch Kommunen. Diese Förderungen müssen in der Regel vor dem Abschluss des Leasingvertrags beantragt werden.
  5. Lassen Sie sich beim BIKE&CO-Fachhändler ihres Vertrauens beraten. Er wird später beim Service des Rades eine wichtige Rolle spielen.
  6. Meistens ist es eine gute Idee, die Übernahmeangebote für das Rad am Ende der Laufzeit anzunehmen. So günstig erhalten Sie sonst kaum ein vergleichbares Fahrrad.


Sie haben noch weitere Fragen rund um das Fahrradleasing, sei es als Arbeitnehmer oder als Arbeitgeber? Dann wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren kompetenten BIKE&CO-Fachhändler. Inzwischen hat ein großer Teil der Händlerschaft geschultes Personal im Laden, das Sie fachkundig zu allen Details beraten kann. Und ein Blick auf die neuesten Fahrräder ist dabei natürlich auch drin.


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